Muxmäuschenstill

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Muxmäuschenstill
Originaltitel: Muxmäuschenstill
Produktionsland: Deutschland
Erscheinungsjahr: 2004
Länge: 89 Minuten
Originalsprache: Deutsch
Altersfreigabe: FSK 16

Muxmäuschenstill ist ein pseudo-dokumentarischer Film von Marcus Mittermeier, der sich mit dem Widerspruch zwischen gut gemeinten moralischen Ansprüchen und deren exzessiver Durchsetzung durch Selbstjustiz befasst. Das Drehbuch für den aus dem Jahr 2004 stammenden Film verfasste Jan Henrik Stahlberg, der auch die Hauptrolle spielt.

Contents

Handlung

Herr Mux, Anfang 30 und ehemaliger Philosophiestudent, will seinen Mitmenschen auf recht unkonventionelle Weise wieder Ideale und Verantwortungsbewusstsein beibringen. Im Berliner Großstadtdschungel macht er gezielt Jagd auf Schwarzfahrer, Vergewaltiger, Schwimmbadpinkler, Falschparker, Ladendiebe und Graffiti-Sprüher. Als seine rechte Hand rekrutiert Herr Mux den etwas unterbelichteten ehemaligen Langzeitarbeitslosen Gerd, der ihn auf „Streife“ stets begleitet und die „Einsätze“ mit einer Videokamera festhält. Neben selbstjustiztypischer Gewalt, die z.B. auf Zurschaustellung, Vergewaltigung, Nötigung und einmal versehentlich auf den Tod hinausläuft, berechnet Mux seinen „Kunden“ für diesen „Dienst“ stets eine „Gebühr“. Als er die attraktive junge Kellnerin Kira kennenlernt, scheint sich daraus bald eine echte Liebe zu entwickeln. Doch die Beziehung scheitert letztendlich an Mux’ endlosen Moralpredigten gegenüber seiner Freundin.

Mit der Zeit kann Mux ein bundesweit operierendes, medienwirksames Unternehmen aufbauen und zahlreiche Mitarbeiter einstellen. Doch mit der fanatischen Verfolgung seiner Ideale macht Mux sich am Ende selbst zum Mörder: Er erschießt Kira, nachdem er sie auf ihrer Geburtstagsfeier bei einer sexuellen Handlung mit einem anderen ertappt hat. Der darauffolgende Selbstmordversuch misslingt. Er vergräbt Kiras Leiche zusammen mit Gerd im Wald, gibt die Leitung des Berliner Standortes an einen Kollegen ab und flüchtet mit Gerd Hals über Kopf nach Italien. Dort verunglückt Mux tödlich, als er versucht, sich auf der Landstraße einem Temposünder in den Weg zu stellen.

Kritik

film-dienst 14/2004: Eine intelligente rabenschwarze Komödie, die das moralische Empfinden brüskiert und kontroverse Diskussionen herausfordert. Zwischen fiktiven und quasi-dokumentarischen Bildern changierend und von überzeugenden Darstellern getragen, zielt der Film letztlich auf eine Kritik an der zeitgenössischen Medienkultur.

Auszeichnungen

"Muxmäuschenstill" gewann den Max-Ophüls-Preis 2004 in 4 Kategorien, war für den Bundesfilmpreis 2004 (Bester Film) nominiert und lief sehr erfolgreich auf der Berlinale (Perspektive Deutsches Kino).

Vermarktung

Vor Filmstart machte der Film durch Guerilla-Vermarktung auf sich aufmerksam. Auf der inzwischen eingestellten Internetseite www.denunziant.com suchte eine Art Bürgerwehr Mitstreiter.

Theater

Das gleichnamige Schauspiel von Nico Rabenald nach dem Drehbuch von Jan Henrik Stahlberg wurde am 17. September 2005 am Maxim-Gorki-Theater, Berlin uraufgeführt. Die Rechte liegen beim Theaterverlag Whale Songs, Hamburg.

Weblinks


Herkunft

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