Shax (Brettspiel)

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Siehe auch:

Artikel über Shax in Englisch.


Shax-Brett im Sandboden (Mit internationaler Notation)
Shax-Brett im Sandboden (Mit internationaler Notation)

Shax (auch Jar genannt) ist das somalische Nationalspiel. Nach Meinung von Somalis sollte es nicht von Frauen gespielt werden, da es Krieg symbolisiert und einen schnellen und scharfen Verstand erfordert. Heute wird es vor allem von älteren Männern sowie von arbeitslosen Jugendlichen gespielt, die in Mogadischu die verlorene Generation genannt werden: „Jaraystoow jinkaa ku dhaaf!“

Shax spielt eine große Rolle in der somalischen Literatur. Es gibt viele Gedichte und Sprichwörter, die auf das Spiel Bezug nehmen.

Contents

Shax-Zitat

„Shaxda jeexannaye jaalkayoow, jare haddaan yeesho marna inaan ku jixinjixeyn, jiri calooshaada“.

„Oh mein Freund, jetzt, da wir das Shax-Brett gezeichnet haben, wisse, dass ich, wenn ich ein Jare mache, niemals mit dir Nachsicht haben werde, nicht einmal ein wenig.“

Suugan Bulsho

Spielregeln

Vorbereitung

  • Shax wird gewöhnlich auf dem Boden gespielt, indem man 24 Löcher in Form eines Mühleschemas in die Erde gräbt. Die Löcher sind auf gleiche Weise wie beim gewöhnlichen Mühlespiel durch (oft nur gedachte) Linien verbunden.
  • Jeder Spieler besitzt 12 Spielsteine, jeder von einer anderen Art. In Somalia benutzt man dazu z.B. kleine Steine, Muscheln, zerbrochenes Glas, Holzkohle, Kamelkot, Dattelsamen oder seit neuestem Deckel von Coca Cola-Flaschen.

Ziehen

  • In der ersten Phase setzen die Spieler abwechselnd eines ihrer Spielstücke in ein leeres Loch.
  • Normalerweise entsteht dabei eine „Jare“ (dt.: „Pferdehalfter“), d.h. eine gerade Reihe aus drei gleichen Spielstücken. Die erste Spielphase endet, wenn alle Spielstücke gesetzt worden sind.
  • Die zweite Spielphase beginnt damit, dass der Spieler, der die erste „Jare" bildete, ein gegnerisches Spielstück vom Brett nimmt. Dann darf der andere Spieler das gleiche tun.
  • Wurde in der ersten Phase kein „Jare“ gebildet, dann nimmt der Spieler, der als letzter setzte, das erste Spielstück weg und dann der Spieler, der als erster setzte, das zweite Spielstück.
  • Wenn diese zwei Spielstücke entfernt worden sind, wird abwechselnd ein Spielstück von einem Loch entlang der gedachten Linien in das nächste, benachbarte Loch gezogen. Der Spieler, der als erster ein Spielstück wegnehmen durfte, darf auch als erster ziehen.
  • Es ist erlaubt den Gegner zu blockieren. Eine Blockade nennt man „Hadig“ (dt.: „Seil“). Der Gegner ruft dann: „Jid i sii aan jar aheyn”, was bedeutet: „Mach mir den Weg frei ohne Jare!“
  • Man muss dann dem Gegner eine Zugmöglichkeit geben. Sollte dabei eine „Jare“ entstehen, darf trotzdem nicht geschlagen werden.
  • Es besteht Zugzwang, es sei denn, man ist blockiert.

Schlagen

  • Wenn ein Spieler in der zweiten Spielphase durch Ziehen eine „Jare“ bildet, darf der Spieler einen beliebigen, gegnerischen Stein vom Brett nehmen, es sei denn, diese „Jare“ kam unmittelbar nach einer Blockade zustande. Dann schlägt der Spieler keinen Stein.
  • Auch wenn man in einem Zug mehrere „Jare“ auf einmal bildet, darf man nur einen gegnerischen Stein schlagen.
  • Anders als bei Mühle ist es erlaubt, einen Stein aus einer gegnerischen „Jare“ zu schlagen.
  • Es besteht kein Schlagzwang.

Spielziel

  • Der Spieler, der zuerst alle gegnerischen Spielstücke bis auf zwei schlägt, gewinnt.
  • Wenn kein Spieler die Partie für sich entscheiden kann, ist sie unentschieden.

Sonstiges

  • Der Spieler, der das Brett auf den Boden gezeichnet hat, darf den ersten Stein setzen. Der Gewinner beginnt die nächste Partie.
  • Jede gewonnene Partie wird durch einen kleinen, etwa erbsengroßen Stein angezeigt, der die Farbe des Siegers hat und in die Brettmitte gelegt wird. Sobald jedoch der andere Spieler gewinnt, werden alle Steine entfernt und man beginnt wieder von vorne zu zählen.
  • Vier Siege nacheinander werden als „Gal“ (dt.: „Einsatz“), fünf Siege als „Gabad“ (dt.: „Mädchen“) bezeichnet. Tatsächlich hat früher ein Mann seine Frau von ihrem Vater auf diese Weise „gewonnen“, was aber nicht bedeutete, dass er auf die üblichen Geschenke verzichten durfte.
  • Für viele Stelllungen gibt es spezielle Begriffe. Eine Zwickmühle heißt im Shax „Irman“ (dt.: „säugende Frau“).

Quellen

Davies, R.
An Introduction to Shax: A Somali Game. Swansea University, Swansea (Wales) 2002
Drake-Brockman, R. E.
British Somaliland. Hurst & Blackett, London (England) 1912.
Jama Musse Jama.
Shax: The Preferred Game of Our Camel-herders and Other Traditional African Entertainments. Sun Moon Lake, Rom (Italien) 2000.
Jama Musse Jama.
Dedicated to Shax: The Preferred Game of Somali Nomads. Pisa (Italien) 2002.
Marin, G.
Somali Games. In: The Journal of the Royal Anthropological Institute of Great Britain and Ireland 1931; 61: 503-505.


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By: Ralf Gering.
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